Programm zur Verringerung der Importabhängigkeit von Energieträgern
Das Ministerkabinett der Ukraine hat durch eine Anordnung das Konzept eines Programms für die Entwicklung der Biokraftstoffproduktion für den Zeitraum bis 2010 gebilligt.
Das Agrarministerium der Ukraine wird als Auftraggeber für die Abwicklung dieses Programm fungieren. Das Ministerium für Industriepolitik der Ukraine wird beauftragt, unter Berücksichtigung der von der Regierung gebilligten Bestimmungen des Konzepts einen Programmentwurf für die Entwicklung der Biokraftstoffproduktion für den Zeitraum bis 2010 auszuarbeiten.
Gemäß diesem Programm soll die Ukraine im Jahre 2010 mehr als 520.000 Tonnen des Biokraftstoffes herstellen und verbrauchen. Wichtige Schwerpunke dieses Programms sind die Förderung des Baus von Produktionsstätten zur Herstellung von Biokraftstoff, der Errichtung von Zentren für konzentrierten Rapsanbau sowie die Gewährleistung des garantierten Vertriebes für die Rapsproduzenten.
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Ukrainischer Außenhandelsdefizit vergrößerte sich in 2008
Die Ukraine exportierte im vergangenen Jahr Waren und Dienstleistungen in Höhe von rund 67 Mrd. $. Dem gegenüber standen Importe in einem Umfang von ca. 85,5 Mrd. $. Dieses entspricht einem Außenhandelsdefizit von umgerechnet rund 18,5 Mrd. US-Dollar. Im Jahr 2007 lag der Negativsaldo „nur“ bei rund 11,3 Mrd. $.
Der ukrainische Export vergrößerte sich zwar gegenüber 2007 um 36 %; gleichzeitig erhöhten sich die Importe aber um 41 %.
Die Hauptexportregionen der Ukraine bildeten die Staaten der ehemaligen UdSSR mit 35,5 %, die EU-Länder mit 29,5 % sowie Asien mit einem Anteil von 22,8 %. Ukrainische Exporte nach Amerika, Afrika und Australien blieben dagegen nahezu unbedeutend. Nach Ländern aufgeteilt nahm bei den ukrainischen Exporten Russland mit 23,5 % deutlich den ersten Platz ein. Den größten Anteil bei den EU-Ländern erzielte Polen (4,3 %), gefolgt von Polen (3,5 %) und Deutschland (2,7 %).
Hauptexportartikel der Ukraine in 2008 bildeten wie bereits in den vorangegangenen Jahren mit mehr als 34 % Metallprodukte, in weitem Abstand gefolgt von verarbeiteten Erdölprodukte (6,1 %) und Getreide mit 5,5 %.
Bei den ukrainischen Importen dominieren bei den Herkunftsregionen gleichfalls die GUS-Staaten mit einem Anteil von 39,2 %, gefolgt von den EU-Mitgliedsländern mit 33,7 % und Asien mit knapp 18 %. Nach Ländern aufgeteilt führt auch hier Russland mit 22,7 %. Hier liegt Deutschland jedoch mit einem Anteil von 8,4 % deutlich auf Platz zwei. Weitere Länder aus denen die Ukraine größere Importe bezog waren Turkmenistan (6,6 %), China (6,5 %) und Polen mit 5 %.
Hier ist zu vermerken, dass zwei der führenden Herkunftsländer ukrainischer Importe Russland und Turkmenistan vornehmlich Energierohstoffe (Öl und Gas) liefern, während Deutschland und die anderen EU-Länder dagegen zumeist hochwertige Investitions- und Konsumgüter an die Ukraine lieferten.
Bis zum Frühherbst 2008 setzte sich dieser Trend fort. Seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise gab es jedoch dramatische Rückgänge sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten. Auch für 2010 sind Rückgänge zu erwarten.
(Quelle: Staatliches Ukrainisches Komitee für Statistik, Kiew; 12.2.2009; aktualisiert: 28.12.2009)
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Wirtschaftliche Entwicklung in der Ukraine zum Jahresende 2009
Als östlicher Nachbar des EU-Neumitgliedes Polen grenzt die Ukraine unmittelbar an die Europäische Union. Damit erhöht sich der Stellenwert des Wirtschaftsstandortes und Absatzmarktes Ukraine auch für mittelständische deutsche Unternehmen.
Auch wenn das Land zweifellos zu den Nachzüglern unter den osteuropäischen Reformländern gehört und der Reform-prozess bislang auch nicht reibungslos verlief, ist seit ungefähr 2000 ein deutlich positiver Trend erkennbar.
In den vergangenen drei Jahren wurde eine Reihe wichtiger Reformgesetze verabschiedet, die Verhandlungen über den ukrainischen Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) beschleunigt und eine klare Ausrichtung in euroatlantische Strukturen deutlich. Beschleunigt hat sich diese Entwicklung seit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Juschtschenko und seiner Premierministerin Timoschenko (1-9/2005 und erneut seit 12/2007). Aber auch unter den zwischenzeitlichen Premiers Jechanurow und Janukovitch war die Wirtschaft auf Westkurs ausgerichtet. Alle Wahlen seit 2005 erbrachten keine stabilen Mehrheiten im Parlament (Rada), so dass die politische Lage als instabil bezeichnet werden muss. Um so überraschender ist, dass die Wirtschaft sich davon abzukoppeln vermochte und sich gut entwickelte.
Nach der wirtschaftlichen Dauerkrise der Neunzigerjahre befindet sich die Ukraine seit dem Jahr 2000 zudem auf einem soliden Wachstumskurs, Preise und Wechselkurse sind weitestgehend stabil, und die beträchtlichen außenwirtschaftlichen Überschüsse erbrachten für die Ukraine die Möglichkeit, ihren Zins- und Rückzahlungs-verpflichtungen gegenüber den Gläubigerstaaten problemlos nachzukommen.
Vor diesem Hintergund hat der neue EU-Nachbar im Osten einiges zu bieten:
Ein großer Binnenmarkt (ca. 47 Millionen Einwohner) mit aktuell stagnierender aber für 2010 wieder wachsender Kaufkraft, reiche Vorkommen agrarischer und mineralischer Rohstoffe, gut ausgebildete Arbeitskräfte bei niedrigem Lohnniveau (nur rund 1/3 des russischen Niveaus!) und die Brückenfunktion zwischen Europa und Asien sind die Pfunde, mit denen die Ukraine wuchern kann.
Wie für alle Staaten geltend, wurde auch die Ukraine von der im September 2008 beginnenden internationalen Finanzkrise getroffen. Das Land erhielt zur Stabilisierung einen IWF-Kredit in Höhe von rund 16,5 Mrd.$; welcher mit umfangreichen Auflagen verbunden ist. Des Weiteren erhielt die Ukraine einen 500 Mio. $-Kredit von der Weltbank.
Nachdem es bereits 2008 einen Rückgang der Industrieproduktion um -3,1% gab, erfolgte 2009 ein regelrechter Einbruch um -21,9%. Dieser Rückgang ist nur Vergleichbar mit dem Wirtschaftsrückgang unmittelbar nach dem Ende der Sowjetunion.
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Bruttosozialprodukte je Einwohner in der GUS (2007):
* Belarus: 4.620 $
* Russland: 9.091 $
* Kasachstan: 5.020 $ +
* Turkmenistan: 3.550 $
* Ukraine: 3.028 $
* Georgien: 2.316 $
* Aserbaidschan: 3.632 $
* Armenien: 1.996 $ +
* Moldawien: 1.759 $ +
* Usbekistan: 2.200 $
* Kirgistan: 595 $ +
* Tadschikistan: 524 $
+ = Angaben von 2006
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Die drei wichtigsten Grundsätze beim Einstieg in den ukrainischen Markt lauten:
....Zeit....Geduld....Ausdauer....
Wer diese drei Grundsätze beachtet, dem bieten sich jedoch gute Geschäftschancen in dem zweitgrößten europäischen Flächenstaat mit seinen rund 48 Millionen Einwohnern.
Und nicht nur in dem 2,6 Millionen Einwohner zählenden Kiew (ukrainisch: Kyiv), sondern auch in den 25 Regionen außerhalb der ukrainischen Hauptstadt schlummert ein großes Potential an Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Mittelständler.
In Zeiten der Weltwirtschaftskrise und unter dem Druck des IWF wird die Ukraine in den Jahren 2009 und 2010 ihre Konsumgüterimporte drastisch senken müssen um zugleich die Investitionsgüterimporte deutlich zu erhöhen.
Besondere Marktchancen werden künftig dabei Anbietern für Investitionsgüter der Bereiche Energieversorgung und -einsparung, regenerative Energiesysteme, Holzver-arbeitung, Agrar, Textil und Metallurgie eingeräumt.
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