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Die Gründer der Sozietät OSTCONSULT
Prof. Dr. Stanislav A. Basov (gest. 2002)
Manfred F. Cybalski (re.)
Sprecherin der Sozietät OSTCONSULT
Dr. Tamara V. Koroleva

Die interessantesten Investitions- und Vertriebsstandorte in der Ukraine

Die Ukraine ist administrativ in 24 Oblasts (Regionen), zwei städtischen Verwaltungseinheiten (Kiew und Sewastopol) und die Autonome Republik Krim aufgeteilt. Seit Mitte 2014 erfolgte nach russischer Besetzung der Krim deren anschließende Eingliederung in den Staatsverbund der Russischen Föderation.

Für reine Vertriebs- oder Marketingaktivitäten bieten sich als bestmögliche Standorte die ukrainische Hauptstadt Kiew oder eine der beiden ostukrainischen Industriezentren Charkow oder Donzek an.

Als Standortregionen für Produktionsakti-vitäten - falls sie nahe der EU-Außengrenze liegen sollen - bieten sich demgegenüber vor allem die drei westlichsten Regionen Lwow (Lemberg), Wolyn (Wolhynien) und Trans-karpatien an.

Sehr gute Erfahrungen vor allem mit einer effizienten und kooperativen Administration machten wir in der gleichfalls im Westen des Landes gelegenen Region Ivano-Frankivsk.

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Die Regionen der Ukraine

Als besonders geeignete Standorte für mögliche Engagements mittelständischer deutscher Unternehmen sehen wir die nachfolgend aufgeführten Regionen.

KIEW 

Die Hauptstadt Kiew (Kyjiw) mit ihren rund 2,6 Millionen Einwohnern ist das Industrie- und Finanzzentrum der Ukraine. Zugleich stellt sie auch der Verkehrszentrum für sämtliche Verkehrsträger dar. Alle wichtigen Industrie-zweige und Dienstleistungsunternehmen der Ukraine sind in Kiew vertreten. Mit der Staatsuniversität und 17 weiteren Hochschulen bildet die Stadt auch das wissenschaftliche Zentrum der Ukraine. Der Standort bietet sich als Ausgangspunkt für Vertriebsaktivitäten in der Ukraine und Nachbarländer ( Belarus, europäischer Teil Russlands, Moldowa) an.

In der Region Kiew stellt die Lebensmittelindustrie mit etwas über 30% der industriellen Produktion die wichtigste Branche dar. Besonders im unmittelbaren Einzugsgebiet der Hauptstadt Kiew befinden sich viele Großbetriebe der holzverarbeitenden-, Maschinen- und Leichtindustrie. Hier befindet sich auch der größte internationale ukrainische Flughafen Boryspil. Im Südosten der Region liegen Erdölfelder, sie tragen rund 20% der ukrainischen Fördermenge bei.  

DONEZK

Das Steinkohlegebiet liegt im Südosten der Ukraine und stellt das schwerindustrielle Herz des Landes dar, mit den Schwerpunkten Kohleabbau und –veredelung, chemische Grundstoffindustrie sowie Metallurgie. Die bevölkerungsreichste ukrainische Region, nahe der russischen Grenze und am Asowschen Meer gelegen, leidet jedoch sehr unter strukturellen Schwächen. Der künftige Status dieser Region innerhalb der Ukraine ist infolge sezessionistischer Bestrebungen seit dem Sommer 2014 ungeklärt. 

CHARKOW (Kharkiw)

Die Region im Osten der Ukraine beherbergt den landesweit zweitgrößten Wissenschaftsstandort. Dadurch stehen hier überdurchschnittlich viele hochqualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung, was zur Gründung mehrerer Softwareunternehmen führte. Die an der russischen Grenze liegende Region stellte zu sowjetischen Zeiten ein bedeutendes Rüstungszentrum dar und hat seit der ukrainischen Selbstständigkeit mit erheblichen Strukturproblemen zu kämpfen.

LVOV (Lwiw; Lemberg)

Infolge seiner geografischen Nähe zur polnischen Grenze unterhält die Region einen intensiven Güter- und Dienstleistungsaustausch mit dem Nachbarland. Mit einer gutausgebauten Infrastruktur bietet sich dieses Gebiet als einen geeigneten Standort für Produktionsstandorte nahe der EU-Außengrenze an.  

ODESSA (Odesa)

Diese Region mit der gleichnamigen bedeutendsten ukrainischen Hafenstadt ist das Tor zum Schwarzen Meer. In der Umgebung der Stadt befindet sich das Zentrum der ölverarbeitenden Industrie des Landes. Bedingt durch die günstigen Klimaverhältnisse ist die Region überdies der größte Getreideproduzent der Ukraine.

IVANO-FRANKIVSK

Im Westen des Landes, profitiert von seinen Bodenschätzen (Erdöl, Erdgas, Kohle, Phosphate). Des Weiteren von Bedeutung sind die Holzwirtschaft, die Metallurgie, der Maschinenbau und die elektrotechnische Industrie. Der Süden des Gebietes entwickelte sich zu einer attraktiven Urlaubs- und Kurregion.  

LUHANSK

Die Region ist die am weitesten östlich gelegene in der Ukraine und bildet das Tor zu den wichtigen russischen Industriegebieten Rostow/Don, Belgorod und Woronesh. Es dominieren die Kohlewirtschaft, Metallurgie und Petrochemie.  Der künftige Status dieser Region innerhalb der Ukraine ist infolge sezessionistischer Bestrebungen seit dem Sommer 2014 ungeklärt. 

DNJEPROPETROWSK (Dnipropetrowsk)

Dieses Gebiet stellt das Zentrum der ukrainischen Agrarwirtschaft, mit dem Schwerpunkt Getreideanbau, dar. Dementsprechend haben sich hier viele Unternehmen der Lebensmittelverarbeitung und des Landmaschinenbaues angesiedelt. 

ZAKARPATTJA (Transkarpatien)

Die Region – von der Ukraine durch die Karpaten-Gebirgskette getrennt – liegt im Südwesten und grenzt an Rumänien sowie an die EU-Beitrittsländer Polen, Slowakei und Ungarn. Die Region verfügt über eine gutausgebaute Infrastruktur mit einer dominierenden Holzwirtschaft. Des weiteren bietet sich das Gebiet für den Tourismus an.

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Fakten und Tipps zum Einstieg in den ukrainischen Markt:

Seriöse und fachlich kompetente ukrainische Partner zu ermitteln und den Kontakt zu ihnen herzustellen, stellt die größte Hürde für einen Erfolg versprechenden Einstieg in den ukrainischen Markt dar.

Vor allem für kleinere und mittlere deutsche Unternehmen empfiehlt es sich, ukrainische Handelsvertreter oder kleinere Privatbetriebe in der Ukraine als erste Partner einzusetzen.

Ukrainische Geschäftspartner sind oftmals nur an kurzfristigen und sofort Erfolg bringenden Geschäften interessiert.

Der schrittweise Aufbau langfristig ausgerichteter Geschäftsverbindungen stößt bei den meisten privaten ukrainischen Unternehmen auf nur geringes Interesse.

Eine mögliche Kooperation mit einem ukrainischen Unternehmen sollte erst in einem zweiten Schritt angestrebt werden.

Die ukrainischen Verwaltungs- und Wirt-schaftsstrukturen sind kompliziert und für westliche Unternehmen kaum zu durchschauen.

Korruption auf allen Ebenen ist an der Tagesordnung. Vor diesem Hintergrund sollte nur behutsam in den Zukunftsmarkt Ukraine eingestiegen werden.

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  Bruttonationaleinkommen (BNE) je Einwohner in der GUS (2011):

* Belarus: 14.560 $

* Russland: 20.050 $

* Kasachstan: 11.310 $ 

* Turkmenistan: 8.350 $

* Ukraine: 7.080 $

* Georgien: 5.390 $

* Aserbaidschan: 9.020 $

* Armenien: 6.140 $ 

* Moldawien: 3.670 $ 

* Usbekistan: 3.440 $

* Kirgistan: 2.290 $ 

* Tadschikistan: 2.310 $

Zum Vergleich:  Deutschland: 40.170 $

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Die drei wichtigsten Grundsätze beim Einstieg in den ukrainischen Markt lauten:

....Zeit....Geduld....Ausdauer....

Wer diese drei Grundsätze beachtet, dem bieten sich jedoch gute Geschäftschancen in dem zweitgrößten europäischen Flächenstaat mit seinen rund 46 Millionen Einwohnern.

Und nicht nur in dem 2,6 Millionen Einwohner zählenden Kiew (ukrainisch: Kyiv), sondern auch in den 25 Regionen außerhalb der ukrainischen Hauptstadt schlummert ein großes Potential an Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Mittelständler.

In Zeiten der Weltwirtschaftskrise und unter dem Druck des IWF wird die Ukraine in den Jahren 2009 und 2010 ihre Konsumgüterimporte drastisch senken müssen um zugleich die Investitionsgüterimporte deutlich zu erhöhen.

Besondere Marktchancen werden künftig dabei Anbietern für Investitionsgüter der Bereiche Energieversorgung und  -einsparung, regenerative Energiesysteme, Holzverarbeitung, Agrar,  Textil und Metallurgie eingeräumt.    

 

 

Die Entwicklung der ukrainischen Wirtschaft

Das Ende der Sowjetunion 1991 erbrachte für die Ukraine für nahezu zehn Jahre einen tiefen wirtschaftlichen Einbruch. 1999 lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch bei 45 % im Vergleich zu 1991. Die Gründe dafür lagen vornehmlich in den nur äußerst zögerlich vorgenommenen Strukturreformen von einer Zentralverwaltungswirtschaft hin zur Marktwirtschaft. Ab 2000 erfolgte eine deutliche wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung des Landes. Es gelang eine Stabilisierung des Staatshaushaltes, u.a. durch Einnahmen aus Privatisierungen in den Schlüsselindustrien. Jahrelang hinausgezögerte legislative und institutionelle Reformen wurden auf den Weg gebracht. Ende 2004 – im Zuge der „Orangenen Revolution“ – wurden auch demokratische Normen umgesetzt. Während die wirtschaftliche Entwicklung in den Jahren ab 2005 weiter erfolgreich verlief (von 1999 bis 2007 lag die jahresdurchschnittliche Wachstumsrate bei knapp über 6,5 %), kam es infolge interner Streitigkeiten innerhalb der „orangenen“ Kräfte zu einer zunehmenden politischen Instabilität. Im Herbst 2008 wurde die Ukraine mit am härtes­ten von allen Ländern von der weltweiten Finanz­ und Wirtschaftkrise erfasst und hatte im ersten Halbjahr 2009 einen massiven Rückgang von einem Fünftel des BIP zu verzeich­nen. Noch stärker traf es die Industrieproduktion, welche um mehr als 30 % zurückging. Die Kreditvergabe in- und ausländischer Banken kam nahezu zum Erliegen. Die Arbeitslosigkeit in der Ukraine stieg dramatisch an und im Zuge der Neube­wertung der Risiken kam es zu massiven Kapitalab­flüssen. Hinzu kamen die einbrechende Auslandsnachfrage und ein einhergehender Preisrückgang für Metallurgie- und chemische Produkte, den Hauptexportartikeln des Landes.  

Wirtschaftsboom trotz politischer Instabilität

Die verarbeitende Industrie erhöhte ihren Anteil an der Bruttowertschöpfung in den Jahren 2000 bis 2007 um rund 3 Prozent bei gleichzeitigem Rückgang der Beschäftigtenzahl um rund 15 %. Dementsprechend erhöhte sich die Produktivität im verarbeiten­den Gewerbe. Jedoch ist die Struktur vornehmlich der Hauptausfuhrgüter (darunter Stahl mit ca. 40 %) nur gering diversifi­ziert und somit äußerst anfällig für externe Schocks. Auf der Nachfrageseite basierte das Wachstum weitestgehend auf einen boomenden privaten Verbrauch. Der stark wachsende pri­vate Konsum wurde durch jahresdurchschnittliche Lohn- und Rentenerhöhungen von mehr als fünf Prozent unterstützt, gleichzeitig erfolgte ein mas­siver Anstieg der (Konsumenten-)Kreditvergabe an die Haushalte. Demgegenüber wurden die öffentlichen Inves­titionen zurückgefahren. Insgesamt beruhte das starke Wirtschaftswachstum der Ukraine in den Jahren von 2000 bis 2007 auf einer Reihe von Faktoren, welche sich inzwi­schen erschöpft haben. Zu Beginn der Wachstumsperiode existierten hohe Überschusskapazitäten in den schwerindustriel­len Bereichen. Dieses ermöglichte relativ schnelle Produktionssteigerungen, trotz der zeitgleich nur begrenzt erfolgten Investitionen. Hinzu kam, dass die Ukraine zunächst von der starken Währungsabwertung nach der Finanzkrise 1998 („Rubelkrise“) profitierte, welche die Wettbewerbsvorteile für die heimischen Produzenten eröffnete. In der ukrainischen Handelsentwicklung schlug sich das aber nicht nieder, da die hohen Lohnzuwächse zu einer realen Aufwertung in Bezug auf die Lohn­stückkosten führten. Die starken Preisanstiege auf den internationalen Rohstoff- und Gütermärkten begünstigten wiederum die Ukraine, die ab 2000 deutliche Verbesserungen bei den Terms of Trade verzeichnen konnte. Selbst die Preisschübe bei den Energierohstoffimporten konnten durch die starke Erhöhung der Stahlpreise kompensiert werden.

Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 bis 2010

Die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise traf die Ukraine wesentlich härter als die meisten anderen Länder. Die nationale Produktion nahezu sämtlicher Sektoren brach regelrecht ein. Die ukrainische Grivna (UAH) brach regelrecht ein. Ohne die massive Unterstützung der Weltbank und des IWF mit Milliarden US-$ Krediten wäre das Land zahlungsunfähig geworden. Ausländische Investoren verließen das Land in Scharen. Nur sehr langsam erholte sich die Ukraine, jedoch konnten die geringen Zuwachsraten in 2010 und 2011 den vorherigen dramatischen Abschwung nicht ausgleichen.   

Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2012

Die ukrainische Volkswirtschaft hat im Verlaufe des Jahres deutlich an Dynamik eingebüßt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Vergleich zum Vorjahr um lediglich rund 2% gestiegen. Dieses bedeutet im internationalen Umfeld einen sehr geringen Wert für ein Transformationsland. Der fiskalpolitische Spielraum des Landes nach der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise ist äußerst gering. Hinzu kommt, dass die Ukraine aktuell über keinen Zugang zu externen Kapitalmärkten verfügt. Das Land und seine Wirtschaft waren nicht in der Lage, dringend notwendige Investitionen durchzuführen. Die Hoffnung, dass die Fußball-EM der Volkswirtschaft positive Auswirkungen und einen Schub durch ausländische Investitionen bringen würde, erfüllte sich gleichfalls nicht.  

Entwicklung in 2013 und 2014

Wie bereits in den Vorjahren stand die Ukraine am Scheideweg zwischen einer EU-Annäherung und dem Beitritt zur von Russland initiierten Zollunion. Eigentlich lavierte die Ukraine - und zwar unter allen bisherigen Präsidenten - immer zwischen den beiden politischen und wirtschaftlichen Polen, ohne letztendlich einer der beiden Seiten beizutreten!  

Das Assoziierungsabkommen zwischen der Ukraine und der Europäischen Union, das auch eine Freihandelszone vorsieht, lag lange Zeit auf Eis. Russland seinerseits nutzte den Stillstand zwischen Kiew und Brüssel, die Ukraine zum Beitritt zur Zollunion mit Russland, Belarus und Kasachstan zu ermuntern. Ende 2012 wurden darüber intensive Gespräche zwischen den Regierungen Russlands und der Ukraine geführt. Zu einer Einigung kam es jedoch nicht. Russland köderte die Ukraine mit möglicherweise niedrigeren Gasbezugspreisen, und die ukrainischen Befürworter einer Angliederung an die russische dominierte Zollunion führen ins Feld, dass die ukrainische Produkte nach einem Freihandelsabkommen auf den EU-Märkten nicht wettbewerbsfähig wären.

Diese seit mehreren Jahren praktizierte Schaukelpolitik der Ukraine zwischen Brüssel und Moskau barg jedoch die Gefahr in sich, dass dadurch die Wirtschaft des Landes in eine erneute Wirtschaftskrise gelangen würde. Nachdem der ukrainische Präsident Janukovitsch im November 2013 den unterschriftsreifen EU-UA-Assoziierungsvertrag nicht unterzeichnete kam es in den darauffolgenden Monaten zu Protesten, die im Februar 2014 mit der Absetzung Janukowitschs endeten. 

Eine provisorische, pro-westlich orientierte Regierung übernahm in Kiew die Macht und schloss mit der EU den Assoziierungsvertrag ab. Im späten Frühjahr und Sommer 2014 kam es mit von Russland unterstützten Separatisten auf der Krim und in den östlichen Gebieten Donezk und Lugansk zu militärischen Auseinandersetzungen. Mittlerweile wurde die Krim Bestandteil der Russischen Förderation und der Status der beiden östlichen Gebiete ist momentan noch nicht geklärt. Nach einer erneuten Eskalation des militärischen Konfliktes in den beiden östlichen Regionen Donezk und Lugansk im Februar 2015 versuch(t)en die deutsche Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Holande mit den Präsidenten Poroschenko (UA) und Putin (RUS) einen Ausweg aus der militärischen Gewalt zu finden.   

Generell gilt jedoch weiterhin dass die Ukraine ein großes Entwicklungspotential, vornehmlich in den Bereichen Agrarwirtschaft, Metallurgie sowie Chemie besitzt. Für deutsche Unternehmen bedeutet dieses, wenn sie ihre Strategie und Vorgehensweise sorgfältig und abgesichert ausrichten, gute Möglichkeiten für erfolgreiche Geschäfte mit der Ukraine.     

 

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